Uhrgläser im Vergleich – Vor- und Nachteile

Uhrgläser schützen das Innere der Uhr, also Zifferblatt, Zeiger und Uhrwerk, vor Beschädigungen durch Staub oder Feuchtigkeit. Uhrgläser können grundsätzlich in drei Gruppen eingeteilt werden: Kunststoffgläser oder Acryl, Mineralgläser und Saphirgläser. Sie unterscheiden sich v.a. in Ihrer Härte.

Kunststoffgläser verschwinden weitgehend

Die in den 50ern weit verbreiteten Kunststoffgläser werden heute nur noch selten verbaut, das sie im Vergleich zum Saphirglas 50 mal weicher und damit kratzempfindlicher sind. Am beständigsten gegen Kratzer ist das sogenannte Saphirglas, wobei die Bezeichnung irreführend sein kann, da Saphirglas kein Glas ist. Es ist vielmehr ein synthetisches Produkt, welches in einem aufwändigen Verneuil-Verfahren aus hochreinem, synthetischen Aluminiumoxid hergestellt wird. Das bedeutet, dass seine Härte mit beispielsweise einem Saphir vergleichbar ist.

Saphirgläser sind kratzfester, Mineralgläser brechen das Licht weniger stark

Bei Mineralglas handelt es sich um Kristallglas, das von seiner Struktur her dem Quarz ähnelt. Heute werden v.a. Mineralgläser verbaut, die durch spezielle Verfahren bei der Herstellung (z.B. durch Erhitzen oder Bedampfen) an ihrer Oberfläche widerstandsfähiger gemacht werden. Das Glas erhält hierdurch eine Härte von etwa 900 Vickers, bleibt aber dennoch kratzanfälliger als Saphirglas. Dieses erreicht eine Härte von etwa 2000 Vickers oder 9 Mohs. Es kann daher nur von wenigen Materialien zerkratzt werden, wozu zum Beispiel der Diamant mit 10 Mohs gehört. Ein Nachteil des Saphirglases ist die vergleichsweise starke Brechung des Lichtes, wodurch es auf dem Zifferblatt zu Reflexionen kommen kann. Um dies zu vermeiden sind Saphirgläser von hochwertigen Uhren, wie auch bei Circula, doppelt entspiegelt. Das heißt auf die Innen- und Außenseite des Glases wird eine chemische Schicht aufgedampft, sodass das Licht weniger stark gebrochen wird.

Gewölbte Gläser kosten deutlich mehr

Die Herstellung gewölbter Uhrgläser ist nochmals deutlich aufwändiger und teurer im Vergleich zu flachen Gläsern. Insbesondere beim Saphirglas ist eine starke Wölbung im Moment noch sehr teuer, da das Herstellungsverfahren relativ neu und aufwendig ist. Für die Circula Classic und Heritage verbauen wir trotz dieser deutlichen Mehrkosten für uns ein gewölbtes, doppelt-entspiegeltes Saphirglas, als kratzfeste Hommage an das Design der großen Uhrenklassiker.

Wie kann man Saphirglas zu Hause erkennen?

Die Wassertropfenmethode ermöglicht eine relative sichere Erkennung. Dazu tupft man einen Tropfen Wasser auf die Oberfläche des Uhrglases und beobachtet dessen Verhalten. Bleibt der Tropfen kugelförmig handelt es sich um Saphirglas, breitet er sich aus und zerfließt ist es Mineralglas.

Text: Cornelius Huber