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16.06.2026

Wie funktioniert ein Automatikwerk?

Mechanische Energie aus Bewegung


Automatikuhren gehören zu den faszinierendsten Formen mechanischer Zeitmessung. Sie benötigen keine Batterie und müssen bei regelmäßigem Tragen nicht täglich von Hand aufgezogen werden. Die Energie entsteht durch die Bewegung des Handgelenks – genauer gesagt durch einen Rotor im Inneren des Uhrwerks. 
Dieser Rotor ist meist halbkreisförmig, kugelgelagert und drehbar montiert. Bewegt sich die Uhr, folgt der Rotor aufgrund von Schwerkraft und Massenträgheit nicht jeder Bewegung unmittelbar, sondern schwingt im Gehäuse mit. Diese Bewegung wird über ein Räderwerk auf die Zugfeder übertragen. Die Feder wird gespannt und speichert die Energie, die die Uhr anschließend antreibt.

Vom Rotor zur Zugfeder


Das Herzstück eines mechanischen Uhrwerks ist die Zugfeder. Sie sitzt im Federhaus und wird entweder durch Drehen der Krone oder eben durch den Automatikaufzug gespannt. Entspannt sich die Feder langsam, gibt sie ihre gespeicherte Energie kontrolliert an das Räderwerk weiter. 
Bei vielen modernen Automatikwerken erfolgt der Aufzug in beide Drehrichtungen des Rotors. Man spricht dann von bidirektionalem Aufzug. Eine Rutschkupplung verhindert, dass die Zugfeder überdreht wird, wenn die Uhr bereits vollständig aufgezogen ist. So kann eine Automatikuhr auch bei täglichem Tragen zuverlässig arbeiten.

Hemmung, Unruh und Zeigerwerk


Würde die Zugfeder ihre Energie ungebremst abgeben, wäre sie in kürzester Zeit entspannt. Deshalb braucht jedes mechanische Uhrwerk eine Hemmung. Sie portioniert die Energie in gleichmäßige Impulse. Reguliert wird dieser Takt durch die Unruh, die zusammen mit der Spiralfeder in hoher Frequenz hin- und herschwingt. 
Die Bewegung des Räderwerks wird schließlich über das Zeigerwerk auf Stunden-, Minuten- und Sekundenzeiger übertragen. Aus gespeicherter Federkraft wird so eine gleichmäßige Zeitanzeige.

Was bedeutet Gangreserve?


Die Gangreserve beschreibt, wie lange eine mechanische Uhr weiterläuft, wenn sie vollständig aufgezogen ist und nicht mehr bewegt wird. Je nach Werk kann sie sehr unterschiedlich ausfallen. Das Sellita SW200-1, das in verschiedenen CiRCULA Modellen eingesetzt wird, bietet typischerweise rund 41 Stunden Gangreserve. Das Sellita SW200-2 Power+ kommt auf bis zu 65 Stunden, während das La Joux-Perret G100 etwa 68 Stunden erreicht. 
Eine längere Gangreserve ist besonders praktisch, wenn die Uhr über das Wochenende abgelegt wird. Sie bleibt dann im Idealfall stehen, ohne dass Zeit und Datum neu eingestellt werden müssen.

Handaufzug und Sekundenstopp


Viele Automatikwerke lassen sich zusätzlich von Hand aufziehen. Das ist nützlich, wenn die Uhr länger nicht getragen wurde oder schnell wieder in Betrieb genommen werden soll. Über die Krone wird dann die Zugfeder direkt gespannt. 
Ein weiteres praktisches Detail ist der Sekundenstopp. Wird die Krone in die Zeigerstellposition gezogen, bleibt der Sekundenzeiger stehen. So lässt sich die Uhr besonders präzise einstellen.

Automatik im Alltag


Eine Automatikuhr lebt von Bewegung. Wer sie regelmäßig trägt, versorgt sie meist ausreichend mit Energie. Wird sie nur gelegentlich getragen, kann ein kurzer Handaufzug helfen. Wichtig ist außerdem, die Uhr nicht unnötig starken Stößen, Magnetfeldern oder extremen Temperaturen auszusetzen, da mechanische Werke aus vielen fein aufeinander abgestimmten Bauteilen bestehen.

Fazit


Ein Automatikwerk ist ein kleines mechanisches Energiesystem am Handgelenk. Rotor, Zugfeder, Räderwerk, Hemmung und Unruh arbeiten zusammen, um Bewegung in präzise Zeitmessung zu verwandeln. Genau diese sichtbare und spürbare Mechanik macht Automatikuhren bis heute so besonders.