Uhren, die im Dunkeln leuchten sind nicht nur praktisch, sondern waren früher auch z.B. für Taucher ein lebenswichtiges Hilfsmittel. Auch heute sind Leuchtzeiger und Leuchtindizes noch wesentliche Merkmale von Taucheruhren. Im Gegensatz zu den bis vor ein paar Jahren noch radioaktiven und dauerhaft leuchtenden Stoffen wird heutzutage meist Super-Luminova verwendet, um Zeiger, Ziffern oder Indizes einer Uhr zum Leuchten zu bringen.

Was ist Super-Luminova?

Super-Luminova sind nachleuchtende Pigmente (nicht nachtleuchtende Pigmente!) auf Erdalkali-Aluminat-Basis, die ähnlich wie kleine Lichtspeicherbatterien funktionieren. Ist von Super-Luminova die Rede, dann handelt es sich meist um Swiss Super-LumiNova® der Schweizer Firma RC TRITEC AG, welches zu 100 % in der Schweiz hergestellt und vor allem von der Schweizer Uhrenindustrie eingesetzt wird.

Damit die Pigmente auf Uhren aufgetragen werden können, müssen sie mit Lack als Trägerschicht vermischt werden. Anschließend können sie mittels eines Belegungsstifts, dem sogenannten Stylograph, Siebdruck oder Transfer-/Tampondruck auf Zeiger, Indizes und Lünette aufgetragen werden.

Eigenschaften von Super-Luminova

Im Gegensatz zu den Vorgängern Radium und Tritium ist Super-Luninova nicht radioaktiv. Es ist außerdem REACH-kompatibel (also gesundheitlich unbedenklich), temperaturresistent und unempfindlich gegen Umwelteinflüsse – sofern es korrekt aufgetragen wurde.

Haltbarkeit von Super-Luminova

Die Leuchtpigmente lassen sich sowohl mit Tageslicht als auch mit künstlichem Licht (z.B. von einer Taschenlampe) aufladen und geben dann die gespeicherte Lichtenergie kontinuierlich ab, d.h., dass das Nachleuchten immer schwächer wird, bis die Uhr erneut mit Tages- oder Kunstlicht aufgeladen wird. Der Aufladevorgang selbst lässt sich unendlich oft wiederholen, da Super-Luminova nicht abnutzt und über die Jahre auch nicht an Leuchtkraft verliert.

Um ein gutes Ergebnis beim Auftragen der Leuchtpigmente zu erhalten, müssen verschiedene Dinge beachtet werden, wie z.B. das richtige Mischungsverhältnis von Lack und Pigmenten, die Umgebungstemperatur, die Auftragungsdicke, die Art der Trocknung (backen oder an der Luft), das Auftragen einer zweiten Schicht oder auch, wie Zeiger, Indizes oder Ziffern vor dem Auftrag der Leuchtmasse gereinigt wurden.

Super-Luminova Leuchtdauer

Je nachdem, wie intensiv die Leuchtpigmente aufgeladen werden, können diese ein paar Minuten oder die ganze Nacht über leuchten. Wenn die Leuchtmarkierungen in ausreichender Größe und Masse aufgetragen wurden, dann ist eine einwandfreie Ablesbarkeit über die ganze Nacht nach ISO 3157 garantiert. Wie dick die Leuchtmasse aufgetragen wurde hat übrigens keinen Einfluss auf die Leuchtdauer – es handelt sich um ein rein optisches Gestaltungsmittel, da Ziffern und Indizes durch mehrschichtiges Auftragen plastischer wirken.

Super-Luminova Grade

Die verschiedenen Qualitätsstufen (engl. Grade) beziehen sich auf die Nachleuchtkraft und die Leuchtdauer. Super-Luminova ist in drei verschiedenen Qualitäten erhältlich:

  • Standard Grade
  • Grade A
  • Grade X1

Der Standard Grade hat die kürzeste Leuchtdauer und X1 die längste.

Grade X1 lässt sich leichter aktivieren und leuchtet nach zwei Stunden noch 60 % heller als Grade A.

Die gängigsten Farbvarianten

Relative Brightness Yield of Super-LumiNova Colours

Super-Luminova C3

C3 ist bei Tageslicht gelblich und leuchtet im Dunkeln grün. Mit einer relativen Leuchtkraft von 100 % ist C3 das hellste Super-Luminova.

Super-Luminova BG W9

BG W9 ist bei Tageslicht weiß und leuchtet im Dunkeln grün-blau. Die Bezeichnung BGW setzt sich aus den englischen Farbbezeichnungen zusammen: blue green white. Im Vergleich zu C3 hat BG W9 eine Leuchtkraft von 95 %.

Super-Luminova C1

C1 ist bei Tageslicht weiß und leuchtet im Dunkeln grün. Mit einer Leuchtkraft von 31 % im Vergleich zu C3 ist C1 sehr dezent.

Super-Luminova Old Radium

Old Radium ist bei Tageslicht hellorange bis bräunlich und leuchtet im Dunkeln grün.

Trotz der großen Farbauswahl (blau, grün, violett, weiß, gelb, orange, pink…) werden für Uhren meist Super-Luminova in Grün- und Blautönen verwendet. Das hat den Hintergrund, dass das menschliche Auge grünes Nachleuchten am besten erkennen kann, wenn man vom Tageslicht in einen dunklen Raum kommt. Hat sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt, dann ist blaues Nachleuchten besser erkennbar.

Für die Circula AquaSport nutzen wir daher z.B. Swiss Super-Luminova C3 für die Zeiger und Indizes, sowie BG W9 für die Markierungen auf der Lünette.

Super-Luminova BG W9 und C3

Die Vorläufer von Super-Luminova

Früher, zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die 60-er Jahre, wurden radioaktiven Stoffe auf Basis von Radium genutzt, um Armbanduhren zum Leuchten zu bringen. Diese strahlten dann zwar kontinuierlich und ohne aufgeladen werden zu müssen, jedoch ging (und geht auch heute noch aufgrund der langen Halbwertszeit von 1622 Jahren!) eine ungesund hohe radioaktive Strahlung von der Beschichtung aus.

Ende der 50-er Jahre wurde dann anstelle von Radium schwach radioaktive Isotope wie Tritium und Promethium genutzt, die eine Halbwertszeit von lediglich 12,5 Jahren haben und deren Strahlen die Metallgehäuse und Gläser von Uhren nicht durchdringen können.

1973 entwickelte die japanische Firma Nemoto & Co. schließlich ein lang nachleuchtendes phosphoreszierendes Pigment auf Basis von radioaktiv aktivierten Zinksulfiden.

Erst 1993 gelang es Nemoto & Co. das phosphoreszierende und gänzlich nicht radioaktive Pigment LumiNova® zu entwickeln. Im Gegensatz zu den phosphoreszierenden Pigmenten auf Zinksulfidbasis waren diese Pigmente zehnmal heller und leuchteten auch zehnmal länger nach. Innerhalb weniger Jahre ersetzte LumiNova Leuchtfarben, die radioaktive Materialien verwendeten.

1998 schloss sich Nemoto mit der Schweizer Firma RC-Tritec zusammen, um dort für die Schweizer Uhrenindustrie hochwertige Nachleuchtpigmente, nämlich Swiss Super-LumiNova® zu fertigen.