Taucheruhren werden in der heutigen Zeit der modernen Tauchcomputer nur noch selten zum Tauchen genutzt (höchstens als Backupinstrument), trotzdem müssen zertifizierte Taucheruhren über bestimmte Merkmale verfügen. Welche Merkmale das sind und warum Taucheruhren heute hauptsächlich sportliche Alltagsbegleiter sind, darum soll es in diesem Artikel gehen.

DIN 8306 bzw. ISO 6425: Die Merkmale einer Taucheruhr

Eine zum Tauchen zertifizierte Taucheruhr muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese sind in der Taucheruhrennorm DIN 8306 bzw. der internationalen Norm ISO 6425 festgelegt:

  • Druckfest bis 20 ATM (≈ 200 m) (die Taucheruhr muss zwei Stunden in dieser Wassertiefe verbleiben und anschließend nochmals drei Stunden in drei Meter Tiefe – während und nach 20 Minuten Wasserdruck in der angegebenen Tiefe muss die Taucheruhr noch funktionieren)
  • Drehbare Lünette, die aus Sicherheitsgründen nur gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden kann und welche in 30 Zentimetern Wassertiefe noch bedienbar ist
  • Durchgehende Minutenmarkierungen und alle 5 Minuten eine gut lesbare, abgesetzte Strichmarkierung sowie eine leuchtende Dreiecksmarkierung auf der Lünette (oder je nach Gestaltung auch auf dem Ziffernblatt) mit der die Abtauchzeit markiert wird
  • Klare Ablesbarkeit der Taucheruhr aus 25 cm Entfernung im Dunkeln, weshalb die Markierungen auf der Lünette, Zeiger und Indizes mit Leuchtmittel versehen sind
  • Leuchtender Sekundenzeiger, der die Lauffähigkeit der Uhr zeigt
  • Antimagnetisch nach DIN 8309 (Ganggenauigkeit von ±30 Sekunden pro Tag in drei Lagen unter einem Gleichstrommagnetfeld von 4.800 Ampere pro Meter)
  • Stoßsicher nach DIN 8308 (die Abweichung darf nach einem Schlag mit 4,43 m/s höchstens ±60 Sekunden pro Tag aufweisen)
  • Rostbeständig in Meerwasser (die Taucheruhr muss 24 Stunden in warmem Salzwasser unbeschadet überstehen)
  • Fest montiertes Armband (es darf sich nichts lösen oder verbiegen, wenn das Armband eine Minute lang mit 40 Kilogramm belastet wird)
  • Die mittlere Gangabweichung darf nur zwischen -4 und +6 Sekunden pro Tag betragen (gilt nur für DIN 8306)
  • Druckresistente Krone (diese wird hierfür mit 25 Prozent über der angegebenen Druckfestigkeit (bei 20 ATM sind das 25 ATM) zehn Minuten lang mit 0,5 Kilogramm belastet)
  • Resistent gegenüber Temperaturschwankungen (dafür wird die Uhr in 30 Zentimetern Wassertiefe erst zehn Minuten auf 40 Grad Celsius, dann zehn Minuten auf fünf Grad Celsius, dann wieder zehn Minuten auf 40 Grad Celsius gebracht)
  • Resistent gegenüber Druck (die Taucheruhr muss hierfür eine Stunde lang 25 Prozent über der angegebenen Tiefe, danach eine Stunde bei 0,3 Bar Unterdruck aushalten)

Bei einer Typenprüfung müssen alle Tests absolviert werden, bei der Einzelprüfung muss nur der Test auf die Dichtigkeit mit 25 Prozent über der angegebenen Tiefe durchgeführt werden.

Mit Ausnahme der antimagnetischen Eigenschaft erfüllt die neue Circula Taucheruhr Aquasport in der Chronometer-Ausführung alle Merkmale dieser Taucheruhrennormen.

Taucheruhr mit Lünette und Dreiecksmarkierung

Weitere Merkmale und Besonderheiten einer Taucheruhr

Damit eine Taucheruhr unter Wasser auch von der Seite und bei eventuellen Spiegelungen gut ablesbar ist, sollte das Deckglas zumindest auf der Innenseite entspiegelt sein. Taucheruhren verfügen meistens auch über eine verschraubte Krone, damit diese nicht versehentlich beim Tauchen herausgezogen werden kann und eindringendes Wasser das Uhrwerk beschädigt.

In der Tauchpraxis haben sich außerdem Kautschukarmbänder bewährt, da sich diese perfekt den wechselnden Druckverhältnissen unter Wasser anpassen. Aber auch Uhrenarmbänder aus Metall sowie Textilarmbänder sind an Taucheruhren sehr beliebt.

Ein Heliumventil hingegen ist nur notwendig, wenn die Uhr zu Tauchgängen in mehreren hundert Metern mitgenommen werden soll und sich der Taucher während der Dekompressionsphasen in einer Druckkammer aufhält. Das trifft üblicherweise nur auf Berufstaucher zu.

Für Hobbytaucher ist ein Heliumventil nicht notwendig. Im Gegenteil: Ein Heliumventil ist dann nur eine zusätzliche Öffnung, bei der die Gefahr zur Undichtigkeit besteht.

Wie funktioniert die Drehlünette einer Taucheruhr?

Auch wenn moderne Tauchcomputer Taucheruhren weitestgehend abgelöst haben, soll hier noch kurz auf die Funktion der Drehlünette eingegangen werden.

Die Lünette dient dazu die Abtauchzeit zu markieren, indem der Taucher kurz vor dem Abtauchen mit dem leuchtenden Dreieck auf der Lünette die aktuelle Position des Minutenzeigers markiert. So weiß er für die nächsten 60 Minuten genau, wann er abgetaucht ist und wie lange das Atemgas aus der Flasche noch reicht. Je nach Modell haben Taucher-Lünetten 60 oder 120 Klicks, sodass die Abtauchzeit entweder auf die Minute oder halbe Minute genau eingestellt werden kann.

Circula Vintage Taucheruhr

Die Lünetten bei Taucheruhren sind, wie oben bereits geschrieben, nur in eine Richtung drehbar (unidirektional) – dadurch wird sichergestellt, dass bei einem unbeabsichtigten Verstellen der Lünette die angezeigte Tauchzeit nur verkürzt und nicht verlängert wird. Eine unabsichtliche Verlängerung der Tauchzeit ist im Gegensatz zur Verkürzung der Tauchzeit lebensgefährlich, da dem Taucher dabei das Atemgas ausgehen kann.

Das Wort „Lünette“ leitet sich übrigens von dem französischen Wort lunette für „kleiner Mond“ ab.

Die Taucheruhr als robuste und sportliche Uhr für den Alltag

Seit Taucheruhren nicht mehr hauptsächlich zum Tauchen genutzt werden, haben sie sich zum robusten Begleiter im Alltag gemausert. Taucheruhren können deshalb zum Beispiel zum Schwimmen, Mountainbiken oder Joggen anbehalten werden, da sie auch hohem Wasserdruck standhalten und relativ unempfindlich gegenüber Erschütterungen sind.

Aber nicht nur beim Sport machen Taucheruhren eine gute Figur. Sie können dank ihres klassischen Designs auch im Büro und zu feierlichen Anlässen getragen werden und verleihen dem Outfit einen sportlichen Akzent.

Mit der Drehlünette lässt sich übrigens nicht nur der Zeitpunkt des Abtauchens markieren, sondern auch im Alltag die Zeitdauer für verschiedene Aktivitäten auf die Sekunde genau messen. Das ist z.B. bei Koch- und Backzeiten praktisch oder auch, wenn man herausfinden möchte, wie viel Zeit man von A nach B benötigt. Um die Zeit zu messen dreht man die Lünette so lange bis deren Nullpunkt auf der Position des Minutenzeigers ist. Sobald der Sekundenzeiger auf den Minutenzeiger und den Nullpunkt der Lünette trifft, startet man mit der Aktivität.

Die Uhrzeit lässt sich von Taucheruhren dank der fluoreszierenden Zeiger und Indizes (heute: Super-Luminova) zu jeder Tages- und Nachtzeit ablesen – aufgrund des mindestens einfach entspiegelten Uhrenglases auch aus vielen verschiedenen Winkeln.

Die neue Automatik-Taucheruhr im Retro-Design von Circula

Bereits in den 70er-Jahren gab es eine Automatik-Taucheruhr von Circula (siehe oben). Inspiriert vom Design dieser Vintage-Uhr haben wir eine Neuauflage lanciert.

Das Besondere: Anstelle einer kratzanfälligen Aluminium-Lünette verwenden wir ein Inlay mit kratzfestem Saphirglas-Überzug, welches den Retro-Charakter der Neuauflage zusätzlich unterstreicht.

Circula Taucheruhr

Die Spezifikationen der Circula Automatik-Taucheruhr:

  • Made in Germany
  • 39 mm Durchmesser
  • 46 mm Horn-zu-Horn
  • 13 mm hoch
  • Gewölbtes, einfach entspiegeltes Saphirglas
  • Lünette mit Saphirglasüberzug
  • 20 ATM (200 m) wasserdicht
  • Verschraubte Krone
  • Verschiedene Uhrbänder verfügbar, z.B. Beads of Rice, Kautschuk oder Milanaise
  • Drei verschiedene Automatik-Uhrwerke zu Auswahl (STP-, ETA- oder offiziell zertifiziertes Chronometer-Uhrwerk)
  • Fünf verschiedene Farbvarianten

Die neuen Circula-Taucheruhren sind ab September bestellbar und die Auslieferung erfolgt pünktlich vor Weihnachten 2020.

Melden Sie sich am besten direkt für den Circula-Newsletter an, um sich einen Einführungsrabatt für die neue Automatik-Taucheruhr zu sichern und direkt über den Bestellstart informiert zu werden!

Übrigens: Im Deutschen Uhrforum können Sie nachlesen, wie die Uhr gemeinsam mit den Forenmitgliedern entwickelt wurde.