Titanuhren erfreuen sich neben Uhren aus Stahl (wie z.B. 316L Edelstahl) großer Beliebtheit. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass zahlreiche Uhrenhersteller beispielsweise Taucheruhren oder Chronographen aus diesem Material im Sortiment haben. In diesem Artikel sollen deshalb die Vorteile und Nachteile von Armbanduhren aus Titan näher betrachtet werden. Außerdem erfahren Sie, was Titan eigentlich ist, welche Eigenschaften es hat und wie es hergestellt wird.

Was ist Titan?

Titan bzw. Titanium ist ein chemisches Element, das in der chemischen Periodentabelle das Symbol Ti hat und zu den Übergangsmetallen gehört. Zu dieser Gruppe gehören z.B. auch Chrom, Silber, Gold, Eisen, Nickel, Kupfer und Zink. Mit einer Dichte von 4,5 g/cm³ gehört Titan gerade noch so zur Gruppe der Leichtmetalle (bis 5 g/cm³) und verfügt in dieser Gruppe über das beste Festigkeits-Dichte-Verhältnis. Titan glänzt weiß-metallisch, ist robust, biokompatibel, nicht magnetisch, widerstandsfähig sowie temperatur- und korrosionsbeständig. Außerdem ist es sehr leicht, sodass es etwa die Hälfte von Stahl- oder Nickellegierungen mit gleichen Abmessungen wiegt.

Aufgrund dieser Eigenschaften ist Titan ein sehr interessantes Material, das in unterschiedlichen Branchen wie z.B. der Luft- und Raumfahrt (Aerospace), Chemie, Medizin und natürlich auch in der Schmuck- und Uhrenindustrie eingesetzt wird.

Geschichte von Titan

Im 18. Jahrhundert wurde Titan innerhalb weniger Jahre gleich zwei Mal entdeckt: Das erste Mal 1791 im Tal Menaccan in Cornwall vom englischen Geistlichen und Amateurchemiker William Gregor im Mineral Ilmenit (FeTiO3 – Titaneisen). Gregor bezeichnete das Mineral zunächst als Menaccanit. Das zweite Mal wurde Titan 1795 vom deutschen Chemiker Heinrich Klaproth im Mineral Rutil (TiO2 – Titandioxid) entdeckt. Klaproth gab dem neuen Metall den Namen Titan. Er ließ sich dabei von den Titanen der griechischen Mythologie inspirieren – diese waren die ersten Kinder der Götter Uranos (Himmel) und Gaia (Erde).

1797 erkannte man schließlich, dass es sich bei beiden Mineralien um das gleiche Metall handelte und obwohl Klaproth Titan später entdeckte, setzte sich seine Bezeichnung durch.

Herstellung von Titan

Titan, bzw. Titanium gehört zwar zu den 10 häufigsten Elementen, die in der Erdkruste vorkommen, allerdings meistens nur in Verbindung mit Sauerstoff. Da reines Titan kaum in der Erde vorkommt, muss es mit einem aufwendigem, mehrschrittigem, kosten- und energieintensivem Verfahren aus Rutil (TiO2) oder Ilmenit (FeTiO3) gewonnen werden. Von den irdischen Mineralien und Erzen eignen sich besonders diese beiden für die Herstellung von metallischem Titan. Zurzeit sind insgesamt ca. 140 Mineralien und Erze bekannt, die Titan enthalten. Außerhalb des Planeten Erde wurde Titan aber auch schon in Meteoriten und auf dem Erdmond nachgewiesen.

Das aufwendige Herstellungsverfahren und die schwierige Bearbeitung des Metalls ist der Grund für den im Vergleich zu Edelstahl höheren Preis. Der Herstellungsprozess erfolgt dabei meist in zwei Schritten: Zunächst werden mit dem Kroll-Prozess bzw. Kroll-Verfahren Titanschwämme hergestellt und anschließend wird aus diesen Titanschwämmen durch mehrfaches Umschmelzen Reintitan bzw. Titanlegierungen, wenn dem Titan zusätzlich noch geringe Mengen von weiteren chemischen Elementen hinzugefügt werden.

Titanuhren vs. Edelstahluhren

Titanuhren bieten aufgrund ihres Materials zwar viele Vorteile aber auch Nachteile gegenüber Uhren aus Edelstahl. Welche genau das sind soll in den folgenden Absätzen geklärt werden!

Vorteile von Titanuhren

Die größten Vorteile von Titanuhren sind, dass sie leicht, korrosionsbeständig und antiallergen sind. Das Material selbst sieht dazu auch sehr edel aus, fühlt sich wertig an und ist sehr robust. Aber schauen wir uns die einzelnen Vorteile von Titan vs. Edelstahl mal etwas genauer an:

Titanuhren sind besonders leicht

Titan gehört (anders als Edelstahl) mit einer Dichte von 4,5 g/cm3 zur Gruppe der Leichtmetalle und hat von allen Leichtmetallen das beste Festigkeits-Dichte-Verhältnis. Das bedeutet, dass Titan zum Beispiel im Gegensatz zum Leichtmetall Aluminium nicht so leicht Dellen bekommt.

Zum Vergleich: Ein Stück Titan wiegt etwa halb so viel wie ein gleichgroßes Stück 316L-Edelstahl (8 g/cm3). Ein Stück Aluminium (ca. 2,7 g/cm3) wiederum ist gut halb so schwer wie ein gleichgroßes Stück Titan. Eine Uhr, deren Gehäuse aus Titan gefertigt ist, ist daher deutlich leichter und komfortabler zu tragen als eine gleichgroße Stahluhr. Modelle aus dem Material Titan eignen sich durch ihr geringeres Gewicht und den höheren Tragekomfort ideal als Sportuhren.

Titanuhren sind korrosionsbeständig und robust

Titan ist nicht nur besonders leicht, sondern auch unempfindlich gegenüber Chloridlösungen, organischen Säuren (z.B. in Schweiß enthalten) und Meerwasser. Seine Korrosionsbeständigkeit entspricht etwa der von V4A-Edelstahl. Uhren mit Gehäuse und Armband aus Titan können deshalb (bei entsprechender Wasserdichtigkeit) bedenkenlos im Schwimm- und Freibad sowie im Meer getragen werden. Titan kann nicht rosten, da sich auf dem Material, sobald es mit Sauerstoff in Kontakt kommt, eine Oxidschicht bildet, die es sicher vor Korrosion schützt.

Titanuhren sind antiallergen

Diese Oxidschicht schützt aber nicht nur die Titanoberfläche vor Korrosion, sondern durch diese Schicht ist auch das Allergiepotenzial sehr niedrig. Uhren mit Titangehäuse und Titanarmband sind deshalb für Allergiker besonders gut geeignet.

Uhren aus Titan(-Legierungen) sind weniger anfällig für Kratzer als Modelle aus Edelstahl

Je reiner das Titan ist, desto weicher ist es. Durch den Kontakt mit Sauerstoff und die dadurch entstehende Oxidschicht ist Titan auch etwas kratzfester als Edelstahl. Um Titan noch resistenter gegen Kratzer zu machen, kann ihm außerdem eine geringe Menge anderer Metalle (z.B. Aluminium) hinzugefügt werden. Diese sogenannten Legierungen vereinen dann die guten Eigenschaften beider Metalle. Eine Titanlegierung ist dann beispielsweise härter als Reintitan.

Nachteile von Titanuhren

Neben all diesen Vorteilen gibt es bei Titanuhren auch ein paar Nachteile.

Titanuhren können ebenfalls zerkratzen

Je nach Legierung bzw. dank der Oxidschicht sind Titanuhren zwar härter als Edelstahluhren, aber nicht kratzresistent. Aus diesem Grund versiegeln manche Uhrenhersteller die Oberfläche ihrer Uhren nochmal zusätzlich, sodass diese noch unempfindlicher wird.

Titanuhren sind teurer als Uhren aus Edelstahl

Das aufwendige Herstellungsverfahren und die komplizierte Verarbeitung des Materials hat natürlich seinen Preis, weshalb Titanuhren meist teurer sind als vergleichbare Uhren aus Edelstahl. Trotzdem sind Titanuhren immer noch deutlich günstiger als Luxusuhren aus Gold oder Platin.

Titanuhren sind nicht so variabel wie Edelstahl-Uhren

Anders als Modelle aus Stahl, die je nach Bearbeitung matt oder glänzend sein können, haben Titanuhren von Natur aus eine silbergraue, matte und relativ charakteristische Optik, wodurch sie nicht so variabel in der Veredlung (z.B. polieren oder bürsten) sind wie z.B. Uhren aus Edelstahl.

Titanuhren sind (zu) leicht

Was für die einen ein Vorteil darstellt, ist für die anderen ein Nachteil: Von manchen Uhrenträgern wird das geringe Gewicht einer Titanuhr am Handgelenk als irritierend empfunden, während andere den Tragekomfort der leichten Uhren mögen.

Die Taucheruhren von Circula aus Titan

Für mehr Vielfalt in unserem Uhrensortiment haben wir von Circula eine 500m Titan-Taucheruhr entwickelt, die DiveSport.

Die Eigenschaften der Titan-Taucheruhr von Circula sind folgende:

  • Gehäuse und Boden aus Titan Grad 2 gefertigt und dank Oberflächenhärtung kratzfest bis 1.200 Vickers
  • Maße: 42 mm Durchmesser, 48,5 mm Horn zu Horn, ca. 13 mm Höhe und 20 mm Bandanstoß
  • Einseitig drehbarer Taucherdrehring mit 120er-Rastung und Swiss Super-LumiNova® C3 X1
  • Lünetteneinlage aus Titan bzw. aus Aluminium (beim petrolfarben Modell)
  • Rau strukturiertes Zifferblatt (schwarz & grau) oder Zifferblatt mit Kratzmuster (petrol & gelb)
  • Zeiger und Indexe sind mit Swiss Super-LumiNova® BGW9 & C3 X1 gefüllt
  • 500 Meter wasserdicht
  • verschraubte Krone
  • Schweizer Uhrwerk mit Automatikaufzug, Kaliber Sellita SW200-1 Elaboré
  • Integriertes Kautschukband mit Schnellwechselsystem und optional auch mit gehärtetem Titanband erhältlich.

Hinweise zu Datenschutzbestimmungen finden Sie here. Eine Stornierung ist jederzeit möglich.

Jede Uhrensammlung sollte mindestens eine Uhr aus Titan enthalten

Aufgrund ihres speziellen und charakteristischen Designs, ihrer Leichtigkeit und dem damit verbundenen Tragekomfort sowie der Korrosionsbeständigkeit und der Eignung für Allergiker, sollten Zeitmesser aus Titan trotz der etwas höheren Kosten (im Vergleich zu Edelstahl) in keiner Uhrensammlung eines Uhrenliebhabers fehlen. Bei der Auswahl an Uhren aus Titan bleibt es sicherlich auch nicht nur bei einer Titanuhr…

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